KOSTENLOSE ANLEITUNG · VIER MINUTEN · NICHTS NÖTIG AUSSER ZWEI HÄNDEN
Mira JanssenFast jeder, der Hypnose lernen will, fängt an der falschen Stelle an: bei der Induktion. Die scheitert dann — nicht am Text, sondern daran, dass der andere die ganze Zeit prüft, ob das überhaupt geht.
Deshalb steht am Anfang kein Einschlafen, sondern ein Beweis: eine kleine, harmlose Sache, die der Körper von allein tut und der Kopf nicht erklären kann. Vier Minuten. Danach ist die Frage „funktioniert das bei mir?“ beantwortet, und zwar nicht von dir, sondern von seinem eigenen Körper. Alles Weitere baut darauf.
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Sag es im Klartext, in deiner eigenen Stimme, solange ihr beide noch ganz wach seid. Dieser Satz ist keine Höflichkeit — er ist der Grund, warum der Rest funktioniert:
„Ich will dir etwas zeigen. Das ist keine Zauberei, und ich kann dich zu nichts bringen — das siehst du gleich selbst. Dein Körper macht das von allein. Wenn du an irgendeinem Punkt aufhören willst, sagst du Stopp, und wir hören auf. Sonst muss heute Abend nichts weiter passieren.“
Der Wortlaut
Halt deine Hände vor dich.
Handflächen zueinander, ungefähr so weit auseinander. Ja — genau so.
[warten, bis die Hände ruhig stehen]
Jetzt sieh in den Spalt zwischen deinen Händen. Nicht mich an. Den Spalt.
Und während du hinsiehst, stell dir vor, in jeder Handfläche steckt ein Magnet. Kein starker. Ein kleiner. Aber er ist da, und er zieht.
[langsamer werden]
Du musst die Hände nicht bewegen. Du musst nicht helfen.
Sieh einfach weiter in den Spalt und merk — dass der Spalt kleiner wird. Kleiner. Ganz von allein.
Die Magnete machen das, und deine Hände lassen es einfach zu.
[wenn sich die Finger fast berühren]
Und wenn sie sich berühren, merkst du genau, wie wenig davon du warst.
Langsam. Jedes „kleiner“ eine Spur tiefer in der Stimme. Wer hier schneller wird, ist selbst der Grund, warum es nicht hält.
Nicht an den Händen. Am Gesicht. Wenn er eine halbe Sekunde zu spät lacht, oder auf seine eigenen Hände sieht, als gehörten sie jemand anderem — das ist der Moment. Sag dann: „Das ist alles. Das ist die ganze Sache.“ Und dann lass es los und redet über etwas anderes. Der Beweis wirkt nach, wenn du ihn nicht breittrittst.
Dann ist nichts schiefgegangen, und das sagst du sofort laut — bevor er sich wie ein Versager fühlen kann. „Bei manchen machen das die Hände, bei manchen nicht, das heißt gar nichts.“ Dann wechselst du zum Buchtest, der bei fast allen funktioniert, weil er mit Gewicht arbeitet statt mit Vorstellung: eine Hand ausgestreckt, Handfläche nach oben, Augen zu, und du legst ihr in der Vorstellung Buch für Buch auf. Wiederhol niemals einen Beweis, der nicht gegriffen hat. Niemals.
Der Beweis ist kein Trick für sich, sondern die Eintrittskarte. Der nächste Schritt ist der geführte Abend: eine richtige Induktion, ein erotischer Moment darin, eine saubere Ausleitung und Aftercare. Genau dafür ist Versinken geschrieben — Wort für Wort zum Vorlesen, damit du an dem Abend nicht improvisieren musst.
Das Handwerk nicht. Den ersten Beweis schon — und der ist der Teil, der über den Rest entscheidet. Wer einmal gespürt hat, dass sein Körper ohne ihn etwas tut, geht anders in die nächste Trance.
Dann stockst du. Eine Pause ist in Trance nie ein Fehler — sie ist eher zu kurz als zu lang. Deshalb steht der Wortlaut hier ausformuliert: Du liest vor, du erfindest nichts.
Ja, und zwar in beide Richtungen. Deshalb steht der Satz mit dem Stopp-Wort vorn und nicht hinten. Wer weiß, dass er jederzeit aussteigen kann, steigt überhaupt erst ein.
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